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Schmuckkästchen in der Heimat


Macher des Flyers (v. l.): Dirk Kraft (Agentur Kraftwerk), Birgit Rudolph (RTV), Reinhard Hundrup, Claudia Kösters (RTV), Peter Lüttmann (Bürgermeister Stadt Rheine). Foto: Tillar

-jti- RHEINE. Die meisten Rheinenser kennen das Naturschutzgebiet Waldhügel zwar, aber erkundet haben es bislang nur die wenigsten. Die Stadt Rheine hat daher gemeinsam mit „Rheine. Tourismus. Veranstaltungen“ (RTV) und dem Förderverein Waldhügel einen neuen Flyer entwickelt, um auf die Attraktivität des Gebiets hinzuweisen. Dieser beinhaltet nicht nur viel Wissenswertes rund um die Region, sondern weist auch alle möglichen Wanderwege aus – und das in modernem Design. Entsprechend stolz waren die Vertreter bei der Vorstellung am Freitag.

„Es gab bereits einen alten Flyer, aber wir haben uns gedacht: Es wäre doch schön, wenn es einen neuen geben würde, auf dem auch alle Wanderwege und Aussichtspunkte eingezeichnet sind“, erklärte Förderverein-Vorsitzender Reinhard Hundrup. Vieles habe sich in der Zwischenzeit einfach geändert. 2014 seien 23 Hektar zum Naturschutzgebiet hinzugekommen, es gebe neue Aussichtsplattformen, Wanderwege und Parkplätze. Das alles konnte der alte Flyer nicht mehr abbilden. Ausgelegt ist die Neulancierung bei RTV in der Bahnhofstraße.

Entwickelt wurde das Faltblatt von Dirk Kraft, der mit seiner Agentur Kraftwerk vor wenigen Jahren auch schon die neuen Infotafeln an den Wanderwegen konzipierte. „Das war dann naheliegend, weil die Personen schon eingearbeitet waren“, erklärten Kraft und Hundrup. Wobei: So richtig Werbung braucht die Region gerade nicht. Dafür reicht bereits ein Blick in die Sozialen Netzwerke. Der zeigt, dass das „Bodendenkmal Kalkwand“ einer der meistfotografierten Orte in Rheine ist – vor allem seit Corona. „Vor Corona konnte man sich hier noch in Ruhe sein Plätzchen aussuchen. Jetzt ist es schon sehr voll geworden“, erklärt Hundrup.

Auch Bürgermeister Peter Lüttmann gestand am Freitag ganz offen, dass er beispielsweise noch nie auf der Aussichtsplattform am Arnoldweg stand. „Wir waren als Kinder zwar zum Fossiliensammeln hier. Aber der Waldhügel ist bei vielen Rheinensern gar nicht im Kopf, anders als zum Beispiel Bentlage.“ 

Dabei hat die Region einiges zu bieten und ist das zweitreichste Artengebiet in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 900 verschiedene Pflanzenarten sind hier beheimatet, darunter 14 seltene Wildrosenarten. 55 Arten sind in ihrem Bestand gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Höhepunkte sind aber nicht nur der Kalksee, auch „Bodendenkmal Kalkwand“ genannt, sondern ebenfalls der Schafstall aus dem Jahr 2010 und die Hessenschanze – ein entscheidender Ort im 30-jährigen Krieg. Diese Orte werden auf Wanderwegen miteinander verbunden, die zwischen 1,9 und 4,1 Kilometer lang sind. Nur eine Befürchtung hat der Förderverein: Dass der Müll in der Region weiter zunimmt. „Wir hoffen, dass jeder seinen Müll selbst mitnimmt“, appelliert Hundrup.

L Den Flyer gibt es kostenlos bei RTV. Weitere Infos unter |www.rheine-tourismus.de |www.foerderverein-waldhuegel.org.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 28.07.2020, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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