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Ausbaupläne für den Alten Neuenkirchener Weg rufen in der Nachbarschaft Kampfgeist hervor


Wenig begeistert zeigen sich die Anwohner über das Vorhaben der Stadt Rheine, den Alten Neuenkirchener Weg im Abschnitt von der Linden- bis zur Sprickmannstraße verkehrberuhigt auszubauen und die Anlieger gemäß KAG zu den Kosten heranzuziehen. „Die Straße ist doch beim Bau des Sportforums erst so richtig beschädigt worden“, argumentieren sie. Foto: Nienhaus

Paul Nienhaus

RHEINE. Am Alten Neuenkirchener Weg herrscht Krisenstimmung. Empört haben sich Anwohner des Straßenabschnitts zwischen Linden- und Sprickmannstraße zusammengefunden, um sich im Gespräch mit der MV Luft zu verschaffen. „Das sieht doch sehr nach einem Luxusausbau aus“, meinte eine Nachbarin mit Blick auf die Planungen der Stadt Rheine für einen Umbau des Abschnitts zu einem verkehrsberuhigten Bereich.

Im vergangenen Juni hatte die Stadt Rheine die Anwohner des maroden Straßenabschnitts, der laut Stadtarchiv schon um 1933 teilweise befestigt wurde und 1952 letztmalig instandgesetzt wurde, angeschrieben und über das Ausbauprojekt in auch mit, dass die Maßnahme beitragspflichtig sei. Das Kommunalabgabengesetz (KAG) Nordrhein-Westfalen verpflichtet die Anlieger einer Straße zur Beteiligung an den Ausbaukosten. Im Fall des Alten Neuenkirchener Wegs liegt der Beitragssatz bei 70 Prozent.

Mittlerweile hat auch der zuständige Bau- und Mobilitätsausschuss getagt und in seiner jüngsten Sitzung im September einstimmig beschlossen, die Pläne für einen verkehrsberuhigten Ausbau in die Offenlage zu geben. Vom 27. Oktober bis 12. November können interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rathaus Einsicht in die Pläne nehmen und gegebenenfalls Einwendungen formulieren. In einer darauf folgenden Sitzung wird der Bau- und Mobilitätsausschuss dann Abwägungen vornehmen und den Satzungsbeschluss fassen, der dann Voraussetzung für den Beginn der Baumaßnahmen ist. Die Verwaltung rechnete zum Zeitpunkt der Ausschusssitzung mit einem Ausbau in der ersten Jahreshälfte 2022.

Das sieht die Nachbarschaft am Alten Neuenkirchener Weg noch nicht so und wollen sich wehren. „Die Straße hat doch die meisten Schäden abbekommen, als vor einigen Jahren das Sportforum gebaut wurde“, meinte Anwohner Karl-Heinz Ratering beim Ortstermin. Seinerzeit seien geschätzt 300 bis 400 Lastwagenfahrten über den Straßenabschnitt gegangen, der durch diese Belastung erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Und jetzt sollen wir Anwohner für die Schäden aufkommen?“, fragt er sich.

Einig ist er sich mit seinen Nachbarn auch darüber, keine Straße zu wollen, die es Spaziergängern möglichst bequem mache, auf dem Alten Neuenkirchener Weg an den Häusern vorbei zu flanieren. „Eine vernünftige Sanierung der Fahrbahndecke würde uns vollkommen genügen“, meinte er.

Für übertrieben hielten die Anwohner auch die zahlreichen Parkplätze, die entstehen sollen. „Wir haben alle unsere eigenen Parkplätze auf den Grundstücken“, argumentieren sie. Mit einem zusätzlichen Angebot würde man lediglich Parkplatzsuchende rund um das benachbarte Mathias-Spital auf den Alten Neuenkirchener Weg locken.

Die Möglichkeiten der Offenlage wollen die Nachbarn jetzt nutzen, um ihre Einwendungen bei der Stadt Rheine einzureichen. So auch die Eheleute Marion und Christian Droste. „Wir würden uns mehr Grün wünschen, das zum Lärmschutz gegenüber dem manchmal doch recht lauten Sportbetrieb im Forum angelegt werden sollte“, formulieren sie ihren Wunsch an die Stadt Rheine.

Unterstützung im politischen Raum haben sich die Anwohner bereits gesucht. So waren mit Claus Schraeder und Heinz-Jürgen Wisselmann zwei Vertreter der im Rat vertretenen UWG „Bürger für Rheine“ beim Ortstermin anwesend. „Wir nehmen ihre Bedenken mit in die Beratung“, versprachen sie.

„Das sieht doch sehr nach einem

Luxusausbau aus.“

Eine Nachbarin