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Recyceln ist gut – Vermeiden ist besser

RHEINE. Wer hätte gedacht, dass Müll so spannend sein kann. Den Eindruck jedenfalls hinterließen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a des Emsland-Gymnasiums, als sie im Rahmen ihres Politikunterrichts am Mittwoch den Bauhof der Technischen Betriebe in Rheine besuchten. Und Tanja Starke, die als Fachbereitsleiterin Entsorgung den Kindern Rede und Antwort stand, freute sich über das große Interesse. Gemeinsam mit Betriebsleiter Jochen Vennekötter hieß sie die Klasse auf dem Gelände der TBR willkommen.

Nachdem sich die Kinder in ihrem Fachunterricht bei Schulleiterin Diana Schilling zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch mit den Schwerpunkten Mülltrennung und Recycling beschäftigt hatten, war es ein Schüler, der den Kontakt zu den TBR herstellte und seine Lehrerin sofort von der Idee begeisterte „Die Anschaulichkeit vor Ort ist in vielen Fällen eine wichtige Ergänzung zum theoretischen Unterricht. Die Neugierde wächst häufig erst an außerschulischen Lernorten“. Und dies ist der Pädagogin besonders wichtig: „Das Lernen fängt beim Fragen an.“

Und davon gab es genug. So wollten die Kinder nach gründlicher Inspektion der verschiedenen Container zum Beispiel wissen, wie viel Müll ihre Stadt insgesamt produziert? „30000“ Tonnen lautete die Antwort – eine beachtliche Zahl, wenn man die Zahl von etwa 76247 Einwohnern Rheines gegenüberstellt. Dass die Menschen in Rheine im Bereich Medien-Technik gerne auf dem neuesten Stand sind, konnten die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel beim Blick in die Container erfahren: Während die Wasch- und Kühlgeräte eine eher übersichtliche Menge darstellten, war der Haufen entsorgter Monitore und Flachbildschirme doch enorm. „Wenn die großen Medienmärkte preiswerte Neugeräte auf den Markt bringen, merken wir das hier auf dem Bauhof auch sofort“, erläuterte Starke. Und wenn sie den erstaunten Kindern dann auch erklären konnte, dass die technischen Geräte in ihre Bestandteile zerlegt wieder neuen Rohstoff bilden, gab sie den Kindern abschließend recht: „Recyceln ist gut, Vermeiden ist besser!“

Aber die Schülerinnen und Schüler konnten auch sonst noch viel über den großen Betrieb lernen. Während auf dem Bauhof selbst drei Mitarbeiter für den reibungslosen Verlauf zuständig sind, arbeiten 29 weitere Beschäftigte bei der Müllabfuhr. Sie entsorgen mit 13 Fahrzeugen der Technischen Betriebe den Müll der Rheinenser in insgesamt 39830 Haushalten. Spannend fanden die jungen Besucher vom Emsland-Gymnasium natürlich auch den sicher verschlossenen Bereich mit gefährlichen Abfällen wie Lacken, Lösungsmitteln und Giften. Hier wollte das Fragen gar kein Ende nehmen. Aber die Klasse musste dann doch pünktlich zur Schule zurück: und dies natürlich auf dem Fahrrad. Denn das hatten die Kinder auch schon gelernt: Das Fahrrad ist für den Klimaschutz als Fahrzeug immer die erste Wahl!
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 06.04.2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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