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RHEINE. Das Emsland-Gymnasium hat an der Kampagne zur Zertifizierung von Schulen als „Humanitäre Schulen“ des Jugendrotkreuz teilgenommen. Das Ziel dieser Kampagne ist es, die Auseinandersetzung von Schülern und Schülerinnen mit dem Thema Menschlichkeit zu fördern. Das Jugendrotkreuz setzt sich für das Wohlergehen, die Gesundheit, den Schutz, das friedliche Zusammenleben und die Würde aller Menschen ein. Diese Werte werden durch die Kampagne in die Schulen getragen.

Die Kampagne „Humanitäre Schule“ besteht aus drei Elementen: einem Ausbildungswochenende für mindestens zwei Scouts der Schule, der Durchführung eines selbstständig gewählten und geplantem humanitären Projekts und der Durchführung eines Planspiels, in dem die Teilnehmer einen fiktiven humanitären Konflikt lösen müssen.

Die Schülerinnen Kimberley Jarvers und Sophie Höner des Emsland-Gymnasiums wurden zu Scouts ausgebildet und haben das Planspiel mit dem Kooperationskurs Sozialwissenschaften der Q1 durchgeführt. Da dieser Kurs am Dionysianum unterrichtet wird, fand dort auch das Planspiel statt. Tobias Kleinemeier, der Kurslehrer, hatte Zeit, Raum und Medien organisiert und stand sowohl den Schülern als auch den Scouts während des Planspiels helfend zur Seite.

Der fiktive Konflikt, den es im Rahmen eines Planspiels zu lösen gilt, entsteht, als es Unruhen in der Provinz Lufar des Landes Malea gibt. Diese entstehen, als die Rebellenorganisation „Freies Lufar“ und die Regionalvertretung Lufars versuchen, ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen. Die Zentralregierung Maleas unterstützt und finanziert allerdings Milizen, die brutal gegen die Rebellen und die Zivilbevölkerung Lufars vorgehen. Die Milizen greifen auch Gebiete in Maleas Nachbarland Nongi an. In Nongi befinden sich viele Flüchtlinge aus Lufar und es wird dadurch wirtschaftlich schwer belastet. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes hilft den Flüchtlingen in Nongi und bringt sie in Flüchtlingslagern unter. Der Staat Bonin, der sich im wirtschaftlichen Aufschwung befindet, bezieht einen Großteil seines Erdöls aus Malea, welches allerdings in der umkämpften Region Lufar gefördert wird. Währenddessen steht Deutschland in einer engen Beziehung zu Nongi.

Um eine Lösung des Konflikts zu finden, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen Unterausschuss gebildet, zu dem die beteiligten Länder und Organisationen eingeladen sind. Die Schüler übernehmen die Rollen der Delegierten und müssen über Lösungsmöglichkeiten verhandeln. Über diese Verhandlungen berichtet die Presse, welche ebenfalls von den Schülern gespielt wird. Durch das Planspiel erleben sie die Komplexität politischer Entscheidungen, die Notwendigkeit, Kompromisse einzugehen und Lösungen unter Zeitdruck zu finden.

Da nur noch die Durchführung des Planspiels gefehlt hatte, wurde das Emsland-Gymnasium nun als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 21.04.2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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