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Kulturausschuss fasst Beschluss zur Neubenennung des Damloup-Areals
 

-kd- RHEINE. Auf dem Gelände der ehemaligen Damloup-Kaserne in Dutum wird in den kommenden Jahren ein innovatives Wohnquartier mit besonders nachhaltigen Energie-, Mobilitäts- und Entsorgungskonzepten entstehen – ein Wohnviertel der Zukunft sozusagen. Der Name Damloup wird aber verschwinden. Künftig soll das Areal nun „Europa-Viertel am Waldhügel“ heißen. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch.

Der Name Damloup stehe für die Vergangenheit, eine dunkle Vergangenheit, belastet durch den Ersten Weltkrieg und durch die Vereinnahmung des Namens durch die Nationalsozialisten. Damloup ist heute ein kleiner Ort mit 129 Einwohnern in der Nähe von Verdun. Während der blutigen Kämpfe im Ersten Weltkrieg war Damloup durch den massiven Einsatz der deutschen Artillerie fast vollständig zerstört worden. Die Frontlinie verlief zeitweise durch den Ort. Auf wenigen Kilometern wurden damals 5000 Soldaten getötet.

Der Kaserne in Dutum, die im Oktober 1935 von ersten Einheiten der Wehrmacht bezogen wurde, gab man – dem neuen Zeitgeist entsprechend – den Namen Damloup-Kaserne.

Der Vorschlag zur Umbenennung geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion zurück, den der Rheiner Historiker André Schaper in der Sitzung am Mittwoch kurz erläuterte. In dem Antrag wird außerdem ein kritischer Umgang mit der Bezeichnung „Damloup-Kaserne“ angeregt sowie eine Benennung der Straßen in dem neuen Stadtquartier mit einem europäischen Bezug.

In einer Sitzung des Kulturausschusses im November 2021 hatte das Thema bereits auf der Tagesordnung gestanden. Seinerzeit war der Ausschuss aber zu keiner eindeutigen Namensgebung für das zukünftige Stadtquartier gelangt. Die von der Verwaltung vorgestellten Namensvorschläge hatten seinerzeit keine Mehrheiten gefunden. Eine von der Verwaltung beauftrage Werbeagentur hatte daraufhin weitere Namensvorschläge wie „Damloup-Quartier“, „Wohnpark Grüner Weg“ oder „Wohnpark Waldhügel“ gemacht, die aber ebenfalls auch nicht auf Zustimmung stießen.

Dem in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses einstimmig gefassten Beschluss zur Umbenennung in „Europa-Viertel am Waldhügel“ waren zum Teil kontroverse Wortbeiträge vorausgegangen. Rainer Ortel (UWG) sprach von einer „erklärungsdürftigen Konstruktion von der Herleitung her“. José Azevedo (CDU) schlug vor, den Namen Damloup zu belassen, ihn jedoch kritisch zu hinterfragen und mit neuem Inhalt zu füllen. Christian Grävinghoff (FDP) hielt ein Festhalten an dem Namen für „nicht empfehlenswert“. Und Falk Toczkowski (SPD) verwies auf wenig fruchtbare Debatten aus der Vergangenheit zu ebenfalls geschichtlich belasteten Rheiner Straßennamen wie Wagenfeld- oder Castelle-Straße.