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„Schule verbindet“

 

RHEINE. Bei strahlendem Sonnenschein und in freudiger Erwartung begaben sich die 64 Abiturientinnen und Abiturienten des Emsland-Gymnasiums am vergangenen Dienstag in die Stadthalle, um die langersehnten Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife in Empfang zu nehmen. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer freuten sich, dass nach der langen Coronazeit die Familien dieses großartige Erlebnis miterleben durften.

Gerade die vergangenen zwei Jahre beinhalteten auch für die diesjährige Abiturientia diverse Berg- und Talfahrten, sodass sie jetzt nach vielen Abenteuern getreu ihrem Motto „ABIraten – 12 Jahre an Land, jetzt setzen wir die Segel!“ neue Ufer entdecken werden. Glückwünsche kamen von dem ersten stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Rheine, Fabian Lenz, sowie der Eltern- und Schülerschaft. Es ist allen Beteiligten klar, dass eine komplette Abiturzeit unter den erfahrenen Corona-Bedingungen, mit wechselnden Unterrichtsformen und vielen Unsicherheiten diesbezüglich besondere Fähigkeiten fordern und fördern. Die Anpassungsfähigkeit hat jede Abiturientin und jeder Abiturient, der an diesem Tag sein Zeugnis in Empfang nehmen durfte, unter Beweis gestellt.

Schulleiterin Diana Schilling nahm das Abiturmotto „auf zu neuen Ufern“ aus Sicht derer auf, die an Land verbleiben, die Abschied nehmen. Und so ist ihre Abiturrede auch eine Abschiedsrede, zu der dann auch ein wenig Melancholie und ein Hauch von Traurigkeit gehörten.

Nichtsdestotrotz betonte sie auch die Freude, die an diesem Tag jeder Schülerin und jedem Schüler im Saal anzusehen war, auf das, was kommt, und auf das, was bleibt. Denn an der Schule bleibt in guter alter Tradition immer etwas von jeder Schülerin und jedem Schüler zurück, als aktuellstes Beispiel wurde da der Tag X genannt, der gerade bei den Fünftklässlern großen Eindruck hinterlassen hat. Sie werden diesen bestimmt so schnell nicht vergessen.

Am Emsland-Gymnasium ist es Tradition, dass neben den schönen Erinnerungen auch etwas Sichtbares von jedem Jahrgang an der Schule verbleibt. „Diese Abschiedsgeschenke haben euch in eurem Schulalltag begleitet, viele ältere davon von Anfang an“, so Diana Schilling. Und: „Sie alle sind Zeichen auch dafür, was den Abiturientinnen und Abiturienten der vergangenen Jahre wichtig war und zweifellos auch heute noch ist.“

So beschrieb sie ihre Gedanken zu einigen der vorherigen Präsente an die Schule, unterstützt durch eine Bildschirmpräsentation, und sprach über ihre Bedeutung für die aktuelle Schülerschaft. Das Abschiedsgeschenk des diesjährigen Jahrgangs, interpretiert die Schulleiterin als eine Liebeserklärung an die Schule, da diese als Liebesschlösser bekannt sind, die an schönen Orten aufgehängt werden, an denen man doch irgendwie verweilen möchte. Vielen Schülerinnen und Schülern ist nach der langen Phase des Lockdowns bewusst geworden, wie sehr sie ihre Schule und den unmittelbaren Austausch mit ihren Mitschülern und auch ihren Lehrerinnen und Lehrern vermisst haben. Mit Blick auf das Geschenk der Abiturientia 2022 stellt sie klar: „Wenn ich gelegentlich wieder einmal davor stehenbleibe, werde ich wieder spüren, was ich eigentlich schon lange weiß: Schule verbindet.“

Auch in der Ansprache der Abiturientia fanden Konstantia Maier und Michelle Przybycin neben pointensicheren Anekdoten zahlreiche Worte der Dankbarkeit für die Unterstützung durch die Eltern, die Schulgemeinschaft, die Lehrerinnen, Lehrer und ihre Jahrgangsstufenleiterinnen Christina Kern und Stephanie Ott.

Auf der sehr festlich mit reichlich leuchtend rotem Blumenschmuck gestalteten Bühne wurden gleich mehrere Schülerinnen und Schüler mit der eFellows Mitgliedschaft (Abiturdurchschnitt 1,5 oder besser) ausgezeichnet.

Für das jeweils beste Abitur in den Fächern Deutsch und Physik erhielt Jasmin Albers den Buchpreis Deutsche Gesellschaft für Sprache und Hannah Oechtering den Buchpreis der DPG. Mit dem Josef-Winckler Preis wurde Fynn Maarten Belderinck für das beste Abitur dieses Jahrgangs geehrt.

Für ein anspruchsvolles Musikprogramm bei der Entlassfeier sorgten Leah Rudat (Gesang) und Thai Hien Nguyen (Klavier) sowie die Schwestern Dajana und Izabela Qevani, die mit großer Virtuosität am Cello und am Klavier das Publikum begeisterten.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 24.06.2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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