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„Wohnen am Kirmesplatz“ Dorenkamp-Projekt des Wohnungsvereins Rheine geht auf die Zielgerade

Hälfte der Wohnungen ist bezogen

RHEINE.Das neue Quartier „Wohnen am Kirmesplatz“ im Dorenkamp füllt sich weiter mit Leben. Ein Jahr nach dem Richtfest ziehen derzeit weitere Mieterinnen und Mieter ein. 111 der 160 neuen Wohnungen sind vermietet, 84 bezogen – die ersten bereits seit Juli vergangenen Jahres. Für die meisten der restlichen 49 Wohnungen liegen dem „Wohnungsverein Rheine“ Reservierungen vor. „Bis Ende des Jahres sind alle Wohnungen vermietet und bezogen“, ist Ludger Hellkuhl, Vorstandsvorsitzender des Wohnungsvereins, zuversichtlich.

Damit steuert das bisher größte Bauprojekt des Wohnungsvereins auf seine Vollendung zu. Zwischen Breite Straße und Kirmesplatz, zwischen Ferdinand- und Parkstraße sind in den vergangenen zwei Jahren auf einer Fläche von 10500 Quadratmetern 160 Wohneinheiten entstanden, davon 110 vom Land NRW gefördert – 16 Mehrfamilienhäuser, in denen rund 500 Menschen ein neues Zuhause finden.

Bis zum Sommer will der Wohnungsverein mit den Bauarbeiten fertig sein, spätestens im Dezember sollen die letzten Wohnungen bezugsfertig sein. Was noch fehlt, sind die Stellplätze, die Außenanlagen und der Spielplatz. Derzeit werden Hecken und die ersten der 100 Bäume für das Quartier gepflanzt. „Wir werden auch noch die gesamte Richardstraße, die durch das neue Quartier führt, neu gestalten“, kündigt Hellkuhl die nächsten Schritte an.

Für das gesamte Projekt wurden 35,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgte über Fördermittel des Landes NRW in Höhe von 13,9 Millionen Euro, Darlehen der KfW von 17,2 Millionen Euro und Eigenmittel des Wohnungsvereins in Form des Grundstücks in Höhe von 4,6 Millionen Euro. „Die Kostensteigerung durch die Corona-Krise hat uns rund zwei Millionen Euro an Mehrkosten beschert“, klagt Hellkuhl. „Und da haben wir noch Glück gehabt, dass wir so gut weggekommen sind.“ Denn nur ein halbes Jahr später – nach der Preisexplosion – „hätten wir nicht anfangen können“.

Ein Großteil der Wohnungen für junge Familien, Singles und Rentner ist bis zu 70 Quadratmeter groß, zumeist Drei-Zimmer-Wohnungen. Nur zehn Wohnungen sind größer und haben vier Zimmer. Der Wohnungsverein setzte bewusst auf kleinere Wohnungen, die nach wie vor „sehr gefragt sind“, so Hellkuhl. Die Mieten für die geförderten Wohnungen liegen bei 5,8 bis 6,5 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, die Nettokaltmieten bei den 50 frei finanzierten Wohnungen zwischen neun und zehn Euro; bei Letzteren wirke sich die Kostensteigerung durch die Corona-Pandemie aus. Trotzdem lägen die Mieten noch unter dem Schnitt in Rheine.

Rückblick: Begonnen hat alles mit dem „Integrierten Handlungskonzept Soziale Stadt Dorenkamp“ im Jahr 2011. Die Anlaufphase in den Jahren 2015 und 2016 war schwierig, da die Grundstücksverfügbarkeit noch nicht endgültig geklärt war. Erst 2017 kam Schwung in das Projekt: Nach einem Ideenwettbewerb wurden drei Architekten für drei unterschiedliche Bereiche engagiert. Sie hatten jeweils freie Hand, mit ihrer eigenen architektonischen Handschrift den zur Verfügung stehenden Rahmen auszufüllen.

Die Bauarbeiten starteten im März 2021. Verzögert wurden die Planungen durch zwei Blindgängerfunde auf dem Gelände sowie durch die ausgelasteten Bauunternehmen und den großen Ressourcenmangel im Baufachgewerbe durch die Corona-Pandemie. „Das hat uns insgesamt ein halbes Jahr gekostet“, sagt Hellkuhl. Eine weitere Änderung im Plan, die zu Verzögerungen geführt hat: Die Müllentsorgung des Quartiers wird – entgegen erster Pläne – mit einer Unterflur-Anlage organisiert.

Zum Richtfest im April 2022 war Wohnungsbauministerin Ina Scharrenbach aus Düsseldorf angereist. „Sie haben hier Wohnen in der Zukunft auf den Weg gebracht“, lobte sie das nachhaltige und klimafreundliche Konzept, zu dem auch zwei ausleihbare E-Lastenräder gehören, die zum 1. Mai geliefert werden. Besonders gefiel ihr, dass Klinker verwendet wurden: Das habe eine „städtebauliche Qualität, die heute nicht mehr selbstverständlich ist“, sagte die Ministerin. Auch die rollstuhlgerechten Wohnungen seien „wegweisend“.

 

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 05.04.2023, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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