Ein Ort der Geborgenheit
RHEINE. Mit einem feierlichen Gottesdienst, einem Festakt und vielen persönlichen Begegnungen hat das St. Josefshaus in Rheine am Mittwoch sein 80-jähriges Bestehen gefeiert. Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, Gäste sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Trägerschaft kamen zusammen, um auf die bewegte Geschichte des Alten- und Pflegeheims zurückzublicken. Gleichzeitig beging der Deutsche Orden das 30-jährige Jubiläum seiner Trägerschaft des Hauses.
Die Geschichte des heutigen St. Josefshauses beginnt unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Schwestern des Ordens der Mägde Mariens mussten 1946 ihre Heimat im schlesischen Breslau verlassen und fanden schließlich in Rheine eine neue Wirkungsstätte. Dort wurde ihnen am 25. August 1946 eine ehemalige Flakkaserne übergeben – das Gebäude des heutigen Altenheims. Die Ordensschwestern bauten das beschädigte Gebäude wieder auf, reparierten es und richteten dort eine soziale Einrichtung ein. Sie gaben dem Haus den Namen „Haus Eichendorff“. Im April 1947 übernahm der Orden offiziell die Verwaltung.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Einrichtung stetig erweitert. 1955 entstand ein moderner Siechenflügel, zwei Jahre später begann der Bau der Kapelle. Hinzu kamen ein neues Schwesternhaus, Erweiterungen des ehemaligen Kasernengebäudes sowie ein großer Küchenflügel. 1983 erhielt die Einrichtung schließlich ihren heutigen Namen: St. Josefshaus Alten- und Pflegeheim. Seit 1995 liegt die Trägerschaft beim Deutschen Orden.
Wie sehr sich das Haus in acht Jahrzehnten entwickelt und zugleich seinen ursprünglichen Auftrag bewahrt hat, wurde auch bei den Jubiläumsfeierlichkeiten deutlich. Der Festtag begann am Mittwochvormittag mit einer Heiligen Messe in der Kapelle des Hauses. Im Anschluss kamen Gäste und Bewohner zu einem Sektempfang zusammen, bevor der offizielle Festakt mit mehreren Redebeiträgen begann.
Einrichtungsleiterin Natascha Tyrell-Besta bezeichnete das St. Josefshaus in ihrer Ansprache als einen „Ort der Geborgenheit, Menschlichkeit und Freundlichkeit“. Vor allem aber sei das Haus „für viele Menschen ein Zuhause“. Als Zeichen der Dankbarkeit überreichten die Schwestern ihr ein Bild des Heiligen Josef. Auch Susanne Schnabel, Geschäftsführerin des Deutschen Ordens, hob die besondere Atmosphäre der Einrichtung hervor. Zwar habe sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles verändert, sagte sie, doch eines sei geblieben: „Die Freude am Wohnen für die Bewohner bleibt.“
Auch Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann stellte in seiner Rede den Heiligen Josef in den Mittelpunkt. Papst Franziskus habe diesen einst als Vorbild für all jene bezeichnet, „die im Alltag unbemerkt Bedürftigen helfen“. Diese Worte passten, so Lüttmann, zum St. Josefshaus und den Menschen, die dort täglich arbeiteten.
Nach dem Festakt stand vor allem das gemeinsame Erinnern und Feiern im Mittelpunkt. Nach einem Vortrag am Nachmittag über den Deutschen Orden klang die Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen in geselliger Runde aus. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und gemeinsam auf die lange Geschichte des Hauses zurückzublicken.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 09.05.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
alle Rechte vorbehalten.






