Der Dorenkamp zeigt seine Vielfalt
RHEINE. Während sich am Sonntagmittag vor der Elisabethkirche eine Hochzeitsgesellschaft in Reih‘ und Glied aufstellte, präsentierte sich gegenüber auf dem Parkplatz ein Wimmelbild. Pünktlich um 12 Uhr hatten sich Hunderte Dorenkämper eingefunden, um das alljährliche Kinderfest der IG Dutum-Dorenkamp zu feiern.
Viele Familien mit Kindern waren zum Pfarrer-Bergmannshoff-Platz geströmt, und so platzte das Areal zwischen Stadtsparkasse, Aldi und Edeka schon von Beginn an aus allen Nähten. Wie in den vorangegangenen Jahren beteiligten sich Kindergärten, Grundschulen, Vereine, Messdiener, der Stadtteilbeirat und Bewohner der Stadtteile an der Veranstaltung.
„Wir sind mit dem Besuch sehr zufrieden“, freute sich der IG-Vorsitzende Reinhard Hundrup bescheiden. Er schätzte die Zahl der Gäste auf etwa 700, in Wirklichkeit waren es – über den Tag verteilt – aber wohl eher an die 1.000 Menschen, die sich durch ein buntes Unterhaltungsprogramm, mehrere Snack-Stände und den großen Flohmarkt angezogen fühlten. „Zum ersten Mal waren beim Flohmarkt alle Standplätze ausgebucht“, ergänzte der rührige Stadtteil-Aktivist und heimste ein Lob von Gudrun Föcker ein, der Vorsitzenden des Stadtteilbeirats Dutum-Dorenkamp.
Wie bunt und vielfältig der einstige Eisenbahner- und Arbeiterbezirk Dorenkamp mittlerweile geworden ist, war an den Menschen abzulesen, die an diesem Nachmittag den Platz bevölkerten. Alle Altersgruppen, viele verschiedene Herkunftsländer und unterschiedliche Lebensgemeinschaften waren vertreten. Die Menschen wanderten von einer Attraktion zur nächsten, oder sie ließen sich von dem Bühnenprogramm gefangen nehmen. Die unzähligen Kinder nutzten die günstige Gelegenheit, eine Hüpfburg zu stürmen oder sich auf dem Karussell im Kreis drehen zu lassen.
Das Programm auf der mobilen Bühne gestalteten Mädchen und Jungen aus Dutum und Dorenkamp im Wesentlichen selbst. Sehr routiniert demonstrierten „JeKits“-Kinder aus der Kardinal-von-Galen-Schule und der Edith-Stein-Schule ihre Tanz- und Gesangseinlagen. Die vielen Auftritte in den vergangenen Monaten hatten aus den Schülerinnen und Schülern fast schon Bühnen-Profis gemacht, denen es nichts mehr ausmacht, vor größerem Publikum aufzutreten.
Die Eltern, die auf den Bänken vor der Bühne saßen, waren jedenfalls begeistert und feuerten die kleinen Künstlerinnen und Künstler frenetisch an. Damit hörten sie auch nicht auf, als Gruppen des ETuS Rheine, des Vereins „Neubürger in Rheine“ und der Stadtgarde das Unterhaltungsangebot komplettierten.
Etwas angespannt stand das junge Publikum später mit kritischem Blick vor der Bühne, um dem schlitzohrigen Magier auf die Schliche zu kommen, der sie etwas linkisch hinters Licht führen wollte. Zauberer „Wobo“ ließ allerhand Dinge verschwinden, stellte sich dabei aber so ungeschickt an, dass beispielsweise die Zauber-Eier den Beobachtern direkt vor die Nase fielen.
An anderen Stellen auf dem Parkplatz warben Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe wie das Christliche Jugenddorfwerk oder der Jugend- und Familiendienst für ihre Arbeit und um neue Mitarbeiter. Die Bastelangebote lockten Kinder jedes Alters an, unterstützt von Erzieherinnen und Eltern.
Daneben konnten Fahrgäste die wuchtigen Rikschas testen, die beim Projekt „Radeln ohne Alter“ zum Einsatz kommen. Getragen vom Verein „Silberstreif – Soziales Forum Rheine“ führen die ehrenamtlichen Radler kostenlose Rikscha-Fahrten für Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen durch.
Die Küchen im Dorenkamp blieben an diesem Tag vermutlich weitgehend kalt. Im Snackangebot konnten die zahlreichen Gäste zwischen Waffeln, Popcorn, Zuckerwatte und Bratwürstchen wählen. Hier engagierten sich besonders die Messdiener der Pfarrgemeinde und der ETuS Rheine.
Eine Attraktion für sich war der große Flohmarkt, der sich gegenüber dem vergangenen Jahr weiter gemausert hatte. Da wurde angeboten und gehandelt, was das Zeug hielt. Neben Wühltischen mit Kinderkleidung und alten Büchern lauerten beispielsweise auch Schnäppchen für Superhelden, die sich an einem Stand mit den angemessenen Anzügen und Plastikwaffen versorgen konnten. Ausgewiesene Angelfreunde auf der Suche nach benutzbarem Gerät kamen ebenso auf ihre Kosten wie Leseratten an den Büchertischen.
Das Kinderfest, das eigentlich Familienfest heißen sollte, ist auf jeden Fall zu einem festen Bestandteil des Jahreskalenders im Stadtteil geworden. Dank des ausgezeichneten Frühlingswetters bewährte sich der Pfarrer-Bergmannshoff-Platz erneut als Anziehungspunkt und Ausflugsziel.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 12.05.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
alle Rechte vorbehalten.






