Nach den Unwetterereignissen im Mai: CDU und Grüne schließen sich der Verwaltungssicht an
RHEINE. Volle Keller und Wassereimer, verstopfte Gullys, Schäden: Die Erinnerungen an die beiden Unwetter-Tage im Mai sind bei vielen noch frisch, die Folgen vielerorts noch sichtbar. Bereits am Tag nach dem verheerenden Starkregen-Doppel kündigte die Stadt Rheine die Aufarbeitung und die Verbesserung der Vorsorge an, was die Ratsmehrheit von CDU und Grüne nicht davon abhielt, eine gute Woche später eine Überprüfung der Starkregenvorsorge zu beantragen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz (StUK) setzte sich aber auch bei den Parteien die Erkenntnis durch, dass das längst auf dem Weg ist. Den Antrag zurückzuziehen, umging Markus Doerenkamp (CDU) geschickt, indem er sagte, dass man „dem Verwaltungsvorschlag durchaus zustimmen“ könne. Die Verwaltung hatte deutlich gemacht, dass Stadtentwässerung, Regenwasserbewirtschaftung und Starkregenvorsorge „seit Jahren Gegenstand fachlicher Planung und Weiterentwicklung sind“. Gemeinsam mit den TBR und Fachbereichen sollen Erkenntnisse aus den beiden Mai-Unwettern einbezogen und bestehende Ansätze fortgeschrieben werden, hieß es weiter.
Die Koalition von CDU und Grünen hatte die Stadtverwaltung aufgefordert, „bestehende Maßnahmen zu überprüfen, Schwachstellen zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen vorzulegen“. Der Prüfauftrag umfasste unter anderem die bisherigen und geplanten Maßnahmen, gefährdete Bereiche und die Klimafolgenanpassung bei neuen Baugebieten. Etwa zwei Wochen nach dem Antrag hatte die Stadt Rheine bereits eine umfassende Lagebewertung veröffentlicht (unser Medienhaus berichtete) und nun im Ausschuss nochmal nachgelegt. „Bereits der 2014 beauftragte und 2016 fertiggestellte Generalentwässerungsplan der TBR bildet eine fachliche Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Stadtentwässerung“, erläutert sie in der Vorlage. „In den Folgejahren wurden Beratungsangebote und stadtteilbezogene Entwässerungskonzepte entwickelt sowie Maßnahmen geplant und umgesetzt.“
Eingangs der Ausschusssitzung sprach Elke Jaske (Fachbereichsleiterin Planen und Bauen) über bisherige Maßnahmen, Konzepte und Masterpläne – wie die Klimafolgenanpassungsstrategie, in der 14 von 19 Maßnahmen aus dem Bereich Starkregen kommen. Einen Sachstandsbericht dazu soll es im November geben. Auch wegen „limitierter Finanzen“ hake es bei der Umsetzung. Das sei aber auch „keine Pflichtaufgabe“, betonte Jaske und nahm auch die Bürger in die Pflicht. „Wir können das als Stadt nicht alleine machen.“ Sie erwähnte auch den Widerstand von Bürgern gegen Bäume, „weil sie die Dreck machen und Stellplätze kosten. Manche Bürger machen Bäume kaputt.“
Eine Untätigkeit in Sachen Starkregenvorsorge wollten auch die Grünen der Verwaltung nicht vorwerfen, wie Lutz Albers sagte. Parteikollege Benjamin Hagemann warf ein, dass man das Thema Entsiegelung „dringend angehen“ müsse. Baudezernent Mark Dieckmann entgegnete, dass die Stadt Rheine da „seit langem dran ist“ und die große Masse bei der Entsiegelung „den größten Hebel“ habe. Die Möglichkeiten der Stadt zur Entsiegelung nannte er begrenzt.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 08.07.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
alle Rechte vorbehalten.






