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Freies Jakobi-Kontingent für ein Familienzentrum löst ein Bäumchen-Wechsel-dich im Dorenkamp aus

Kleine Rochade in Rheines Kita-Welt

jl- RHEINE. Rochade in Rheines Kita-Welt: Die Kita St. Elisabeth an der Darbrookstraße 19 ist seit dem 1. August ein eigenständiges Familienzentrum, die CJD-Kitas St. Michael (Bühnertstraße 17) und „Waldhügelzwerge“ (Bühnertstraße 100) bilden ein neues Verbundfamilienzentrum.

Dabei war das gar nicht der Plan der Verwaltung. Die hatte eigentlich vor, dass durch die Schließung der Kindertageseinrichtung Jakobi frei gewordene Familienzentrums-Kontingent im aktuellen Kita-Jahr 2026/27 ruhen zu lassen, das Landesjugendamt hatte aber etwas dagegen.

Zum 31. Juli war der evangelische Kindergarten Jakobi geschlossen worden. Ein hoher Sanierungsbedarf und Schwierigkeiten des evangelischen Kirchenkreises, den Trägeranteil aufzubringen, hatten bereits im Frühjahr zu der gemeinsamen Entscheidung von Stadt und Träger geführt, die Einrichtung mit Ende des Kindergartenjahres 2025/26 zu schließen.

Die traditionsreiche Einrichtung an der Mittelstraße war aber auch eines von 21 Familienzentren in Rheine. Die gewünschte Vorgehensweise der Verwaltung: Erst relevante Daten erheben und das zukünftige Familienzentrum gemeinsam mit den neu zu benennenden „plusKitas“ zum 1. August 2027 zu benennen bzw. zu vergeben. Diese Vorgehensweise wurde vom Land nicht mitgetragen.

Um das vakante Familienzentrums-Kontingent nicht zu verlieren, musste nun sehr kurzfristig eine Lösung her. Für Bedarfsanalyse oder ein stadtweites Auswahlverfahren gab es keine Zeit. „Da das bisherige Familienzentrum im Stadtteil Dorenkamp Süd angesiedelt war, soll das frei werdende Kontingent auch künftig diesem Sozialraum zugutekommen. Der Stadtteil weist weiterhin einen entsprechenden Bedarf an niedrigschwelligen Unterstützungs- und Beratungsangeboten für Familien auf“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die betreffenden Kitas wurden um eine Interessensbekundung gebeten. Diese löste eine besondere Rochade aus. Die Kita St. Elisabeth und die CJD-Kita St. Michael, bislang ein Verbundfamilienzentrum, wollten nicht mehr gemeinsam ein Familienzentrum sein. Die CJD-Kita bildet deshalb mit der Kita „Waldhügelzwerge“ vom selben Träger ein Verbundfamilienzentrum. Die Kita St. Elisabeth wird ein eigenständiges Familienzentrum und übernimmt das Jakobi-Kontingent.

„Angesichts der kurzen Antragsfrist stellt diese Lösung aus Sicht der Verwaltung sowohl fachlich als auch organisatorisch die sinnvollste und wirtschaftlichste Vorgehensweise dar“, heißt es vonseiten der Stadt Rheine. Der Jugendhilfeausschuss folgte einstimmig der Lösung der Verwaltung.

Mit der im Jahr 2005 getroffenen Entscheidung der damaligen Landesregierung zur stufenweisen Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren wurde ein wichtiger Grundstein für eine familienorientierte Infrastruktur gelegt. Auch heute kommt den Familienzentren gemäß § 42 Kinderbildungsgesetz eine zentrale Bedeutung zu. Sie unterstützen Familien weit über den Betreuungsauftrag einer Kita hinaus, indem sie Beratungs-, Bildungs- und Unterstützungsangebote vorhalten oder vermitteln, die Sprachentwicklung fördern, Präventionsangebote stärken, mit verschiedenen Institutionen vernetzt zusammenarbeiten und ihre Angebote in den Sozialraum öffnen. Ziel ist es, Familien frühzeitig und wohnortnah zu unterstützen sowie Chancengleichheit und Teilhabe zu fördern.Stadt Rheine

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 17.08.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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