Wohnquartier mit Besonderheiten
Von , Wolfgang Attermeyer
Der Wohnungsverein will an der Cäcilienstraße neun Wohnhäuser errichten.Rapreger | Foto: Rapreger
Eine Brachfläche wird zum Baugebiet: Die Politik hat den Weg bereitet, damit an der Cäcilienstraße im Stadtteil Dorenkamp mehr Wohnraum entstehen kann. Das knapp ein Hektar (10.000 Quadratmeter) große Gebiet zwischen Breite Straße und Mittelstraße soll 45 Wohneinheiten in neun Einzel-Wohnhäusern mit maximal drei Vollgeschossen ermöglichen. Eigentümer der Fläche ist der Wohnungsverein Rheine, der dort mit einer städtebaulichen Konzeption auch die Umsetzung in die Hand nehmen wird.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz (StUK) beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die bisherigen Abwägungen aus der Beteiligung der Öffentlichkeit und dazu die Offenlage der Pläne. Stadtplaner Matthias van Wüllen sprach von einer guten Innenverdichtung und von einem Gebiet mit „anderer Art von Bebauung“ und „anderen Wohnformen“. So müssen beispielsweise nicht überbaute Flächen wasseraufnahmefähig bleiben. Dazu wird ein Grünkonzept erstellt, das eine „Durchgrünung“ des Gebiets gewährleistet. Die Fassaden zur Südseite werden für Photovoltaik genutzt.
Im Rahmen der baulichen Umsetzung soll nach derzeitigen Überlegungen für das Plangebiet auch ein innovatives Energiekonzept entwickelt werden, das bewusst von den gängigen KFW-Standards abweicht. Im Fokus steht dabei die Idee, energieautarke Low-Tech-Häuser zu realisieren, die sich durch eine weitgehende Enttechnisierung und eine hohe Eigenversorgung mit lokal erzeugter Energie auszeichnen. Bestehende Leitungen der Stadtwerke Rheine werden außer Betrieb genommen und nicht zurückgebaut.
In der Politik kam diese Ausrichtung ausnahmslos gut an. Benjamin Hagemann (Grüne) lobte angesichts der Innenverdichtung im ansonsten schon dicht besiedelten Dorenkamp die geplante Maßnahme als „Stadtentwicklung, wie sie sein sollte“. Parteikollegin Silke Friedrich ging noch weiter und freute sich über ein „Superprojekt, das so kommen muss“. Mit Blick auf Nebenkosten biete das geplante Wohngebiet „Lösungen, die wir dringend brauchen. Das ist die Zukunft für Mieter.“ Ein ausdrückliches Lob ging an den Wohnungsverein.
Die heutige Bebauung an der „Cäcilienstraße“ wird zurzeit durch ein Doppelhaus mit der für den Stadtteil charakteristischen Gestaltung historischer Arbeiterhäuser und durch ein Mehrfamilienhaus gebildet. Aufgrund eines hohen Sanierungsbedarfes und Leerstandproblemen hatte sich – nach Darstellung der Verwaltung – sowohl die marktwirtschaftliche als auch die soziale Situation entlang der „Cäcilienstraße“ in den vergangenen Jahren negativ entwickelt, weshalb die sonstige frühere Bebauung in weiten Teilen zurückgebaut wurde.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 16.10.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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