Gesundheitstest im Schul-Check
RHEINE. Da fährt einem beim Betreten des Schulhofes der Kaufmännischen Schulen (KFM) doch direkt der Schreck in die Glieder. Denn der Rettungswagen vor dem Haupteingang ist schon von Weitem zu sehen. Doch schnell sieht der Betrachter, dass die Menschentraube rund um das signalrote Fahrzeug recht gelassen wirkt. Ebenso die Rettungssanitäter, die zwar intensiv erklären, aber nicht im Einsatz scheinen. Der Hintergrund: Die Kaufmännischen Schulen luden zur Gesundheitswoche ein.
Der Rettungsdienst des Kreises Steinfurt stellte in diesem Rahmen nicht nur den Beruf des Rettungssanitäters vor, er ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern auch, einen Rettungswagen von innen zu betrachten. Das Auto war eine Woche lang ein echter Blickfang auf dem Schulhof.
In der Schule ging es weiter: Hier konnten die Schülerinnen und Schüler im Erste-Hilfe-Raum testen, ob sie die Herzdruck-Massage beherrschen. Während sie knieend mit den Händen die rhythmischen Druckbewegungen ausführten, wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, wie wichtig Erste Hilfe ist. Und wie anstrengend sie sein kann. Übung macht einen im Notfall zum Lebensretter.
Die Mittelstufe der Medizinischen Fachangestellten an den Kaufmännischen Schulen maßen im Nebenraum den Blutzucker, aber auch Puls und Blutdruck. Individuelle Ergebnisse wurden umgehend mitgeteilt, Informationen dazu ebenso. Abgerundet wurde der Schul-Check mit einem EKG. Diese Aktion war sehr begehrt, was an der Schlange vor dem dem „Patientenzimmer“ sichtbar wurde.
Die Unterstufe der Zahnmedizinischen Fachangestellten zeigte, wie die richtige Zahnputztechnik schützt und präventive Zahnpflege den ungeliebten Besuch beim Zahnarzt auf den Routinetermin einschränkt. Info-Wände und Anschauungs-Objekte hinterließen einen intensiven Eindruck.
Nicht nur die Fachklassen der Schule gestalteten den etwas anderen Unterricht mit: Unter die Haut ging das Angebot von Lehrer Martin Löffler. Er informierte über mögliche langfristige Gefahren von Tattoos. Um die richtige Haltung ging es derweil bei Kollege Steffen Knüwer. Rückenschmerzen sind oft ein quälendes Problem nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für jüngere. Stichwort: langes Sitzen in der Schule. Wie man mit kleinen Übungen effektiv den Schmerzen vorbeugt oder sie lindert, zeigte der Sportlehrer der KFM.
Die Gesundheitswoche ist deshalb so vielfältig und abwechslungsreich, weil sie auch Treffpunkt ist für externe Einrichtungen und Unternehmen. So war unter anderem die Akademie für Gesundheitsberufe des Mathias-Spitals vertreten. Kraft und Koordination waren hier bei der „Plank-Challenge“ gefordert.
Die Techniker Krankenkasse bot darüber hinaus den „Energy-Bike-Simulator“ an. Dieser macht erfahrbar, wie lange es dauert, mit Muskelkraft ein Handy zu laden, und führte allen Schülerinnen und Schülern ihren CO-Abdruck vor Augen.
Ein gesunder Körper ist die eine, der gesunde Geist die andere Sache. Wie ein Rausch die Sinne trübt, demonstrierten die Alexianer St. Antonius aus Hörstel. Mit der Rauschbrille wurde die Umgebung nur noch schemenhaft wahrgenommen. Psychische Probleme, Behandlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote sind ebenfalls Themen der Alexianer.
Mehr als 900 Schüler aus 50 Klassen haben die Angebote der Gesundheitswoche, die von Hilke Heidenreich, Verena Höfle und Verena Wartenberg organisiert wurde, besucht. Und das Feedback der Schüler enthält ein Kompliment für das Trio: Viele wünschen sich im kommenden Jahr noch mehr Zeit für die Aktionen, Vorträge und Infostände.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 08.07.2025, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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