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Wie Horst noch einmal aufblühte

Dekanatsaltenkonferenz im Elisabeth-Forum dreht sich um die Arbeit des Ökumenisch ambulanten Hospizes

 

RHEINE. Horst war 73 Jahre alt, als er seine Frau verlor. Eine Krebserkrankung machte auch ihm in der Folge das Leben schwer, fast unerträglich. Bis das Ökumenisch ambulante Hospiz des Caritasverbandes ins Spiel kam. Da Horst unbedingt weiter zuhause leben wollte, vermittelte ihn das Hospiz an eine der ehrenamtlichen Begleitungen, die in der Folge nicht nur ihn, sondern auch sein familiäres Umfeld entlastete. Sogar eine Fahrt ins Stadion von Borussia Dortmund hatte das Hospiz ihm ermöglicht, bevor er kurz vor Weihnachten gestorben ist. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, sagte Maren Kamprolf passend zu dieser wahren Geschichte.

Die Koordinatorin des Ökumenisch ambulanten Hospizes des Caritasverbandes Rheine gab Einblicke in ihre Arbeit, die oft zu Unrecht als reines Trauerthema abgestempelt werde. „Auch bei uns wird viel gelacht“, räumte die 32-Jährige mit Vorurteilen auf. Der Rahmen für diese Einblicke war ein besonderer: Es war die letzte „Dekanatsaltenkonferenz“ unter diesem Titel. „Über 40 Jahre hat es uns gegeben und soll es auch weiter geben“, betonte Anja Rickert (Caritas; Abteilung Gesundheit und Alter). Das Gremium an ehrenamtlichen Seniorinnen und Senioren wird künftig als „Arbeitsgemeinschaft Senioren im Pastoralen Raum“ zusammenkommen. Die Umbenennung folgt der kirchlichen Strukturreform, bei der die alten Dekanate durch Pastorale Räume ersetzt wurden.

In ihrem Hospizvortrag erläuterte Kamprolf den Unterschied zwischen ambulantem und stationärem Hospiz: den Ort des Geschehens. Während ein stationäres Hospiz ein letztes Zuhause auf Zeit bietet, wenn die Versorgung in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich ist, bringt der ambulante Dienst die Unterstützung direkt nach Hause. Es ist eine Begleitung im vertrauten Alltag, die viel früher ansetzt und Betroffene wie Angehörige über lange Zeiträume emotional entlastet. Kamprolf erläuterte, dass gerade in der aktuellen Zeit die Nachfrage steige: „Die Krankenhauslandschaft verändert sich. Viele haben Personalmangel oder müssen aufgrund der finanziellen Situation schließen.“

Die rund 30 Gäste wurden von Anja Rickert mit Kaffee und Stachelbeerkuchen im neuen Elisabethforum begrüßt. Einem Ort, der laut Pastoralreferent Matthias Werth „immer schöner“ wird. Die Bibliothek im Foyer sorge durch Sichtbarkeit für Rekord-Ausleihzahlen, während die erste Etage ganz der Jugend vorbehalten ist. Ein Miteinander der Generationen unter dem Motto „Alle nutzen alles“. Werth erinnerte in seinen Worten thematisch passend an die mittelalterliche „Kunst des guten Sterbens“: Neben dem Vertrauen in die Religion bestehe diese auch aus der Akzeptanz des Ist-Zustandes, dem Loslösen von Besitztümern sowie der Versöhnung mit den Mitmenschen.

Abseits davon standen weitere Themen auf der Agenda. Das Netzwerk „Einsamkeit“ in Rheine wachse stetig an. Ein Höhepunkt im Sommer wird die Aktion „Verreisen ohne Koffer“ (20. bis 24. Juli 2026) in Mesum sein – eine Stadtranderholung für Senioren. Daneben gibt es weitere Angebote für Seniorinnen und Senioren in der Stadt. „Wir stehen gerade dem Problem gegenüber, dass viele ältere Menschen gar nicht wissen, dass es diese Angebote schon seit Jahren gibt“, sagte Andrea Gedicke, Koordinatorin für Seniorenarbeit der Stadt Rheine. Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist das Konzept der Seniorenlotsinnen und -lotsen des Jugend- und Familiendienstes (JFD) und der Caritas (wir berichteten). Aktuell suchen der JFD und die Caritas noch Ehrenamtliche, die sich für die Arbeit als Seniorenlotse bzw. -lotsin interessieren.

Anmeldung sowie weitere Infos per E-Mail:info@

seniorenbeirat-rheine.de

Das Ökumenisch ambulante Hospiz Rheine ist für Betroffene kostenfrei und finanziert sich maßgeblich über Spenden. Es arbeitet eng mit dem Palliativnetz Rheine e.V. zusammen. Gesucht werden zudem stets ehrenamtliche Begleiter, die nach einer entsprechenden Ausbildung Menschen wie Horst in ihrer letzten Lebensphase zur Seite stehen. Auch Sachspenden sind willkommen. Die IBAN des Spendenkontos „Hospiz Rheine“ lautet: DE50 4035 0005 0005 0019 20

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 11.02.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
alle Rechte vorbehalten.

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